Konzentrative Bewegungstherapie (KBT)

Psychotherapie Kärnten - Mag. Mariella Bidovec-Kraytcheva. Konzentration Bewegungstherapie (KTB)

Methode

Die Konzentrative Bewegungstherapie (KBT) ist eine anerkannte tiefenpsychologisch fundierte, körper-, handlungs- und erlebnis-orientierte Psychotherapiemethode. Sie versteht den Körper als den ORT des psychischen Geschehens. Denn all das, was wir seelisch empfinden, äußert sich ja auch körperlich, unabhängig davon, ob wir dies bewusst oder unbewusst erleben. Und alles Körperliche erleben wir auch seelisch, wobei wir dabei eher seine negativen Signale bewusst wahrnehmen (z.B. Schmerz). In der Therapie sind wir demzufolge bemüht, daraus eine Einheit entstehen zu lassen. Die vier Ebenen: Wahrnehmen, Bewegen, Denken und Sprechen werden dabei immer wieder durch gezielte „Angebote“ gefördert und in einem Gesamtprozess integriert.

  • Wahrnehmen: Wir nehmen mit all unseren Sinnen wahr. Wahrnehmung bezieht sich nicht nur nach „außen“. Wir sprechen auch von einem „nach innen gehen“, „sich selbst spüren“ oder „sich bewusst werden“. Als das fällt unter dem Begriff „konzentrativ“ mit ein.
  • Bewegen: Wir verstehen Bewegung nicht nur als motorische Funktion des Menschen. Bewegt zu sein deutet auch auf eine innerliche Bewegung hin – auf unsere Emotionen, Gefühle. Sich bewegen heißt zu handeln und aus dem Eigenen zu Tun. Unsere Denkprozesse sind als kognitive Bewegung zu betrachten. Das Leben von Beziehung ist Bewegung, unsere Kommunikation und Interaktion sind als Prozesse und somit als eine Dauerbewegung anzusehen. Schließlich ist unser Leben ein Auf-dem-Weg-Sein. Unser Da-sein als Menschen ist eine Lebens-Entwicklung. Dieser weit gefasste Begriff der Bewegung als Erlebnis- und Handlungsebene stellt die Grundlage des therapeutischen Geschehens in der KBT.
  • Denken: Das Denken zeichnet uns als Menschen aus. Um etwas verändern zu können, müssen wir uns vorerst, dessen bewusst werden. Unsere Denkprozesse stehen immer in engem Zusammenhang mit unserer Wahrnehmung sowie mit unserem gegenwärtigen emotionalen Zustand.
  • Sprechen: Die Sprache stellt die Reflexionsebene dar. Wir nützen in der KBT die Sprache als Ausdruck all dessen, was wir im Hier und Jetzt wahrnehmen, um Befindlichkeiten zu benennen und um unseren Gedanken freien Lauf zu geben. In Wort fassen wir alles zusammen.

Dabei steht dem Beziehungsaspekt eine wesentliche Rolle zu – die therapeutische Beziehung zwischen PatientIn und Therapeutin gilt als „Spiegel“ anderer Beziehungen „außerhalb“. Die, im therapeutischen Prozess gemachten Beziehungserfahrungen, können korrigierend und hilfreich sein, um Beziehungen im Alltag neu und glücklicher zu gestalten!

KBT-Angebote

psychotherapie-körpergestIn der KBT nennen wir unsere Arbeitsvorgänge bewusst „KBT-Angebote“, denn es handelt sich dabei nicht um vorgefertigte „Übungen“, sondern um im kreativen Prozess entstehende Handlungs- und Erlebnis-Angebote. Dazu bedarf es meiner aufmerksamen Wahrnehmung als TherapeutIn von Ihnen als PatientIn in Ihrer Körperhaltung, Bewegung und Sprache (Art und Weise des Ausdrucks, sowie Inhalt des Gesprochenen) unter Berücksichtigung der Übertragungs- und Gegenübertragungsphänomene (das, was Sie auf mich „über-tragen“ sowie meinen eigenen Reaktionen, Bilder und Gedanken darauf).

Jedes KBT-Angebot wird ganz individuell von mir UND Ihnen entwickelt und ergibt sich meistens spontan aus der Situation heraus. Angebot ist eben ein Vorschlag, den Sie als PatientIn annehmen, aber auch ablehnen können!

Im Konkreten können Sie von mir dazu eingeladen werden, paar Schritte mit mir gemeinsam zu gehen, eine bestimmte Problematik durch eine Körperhaltung zum Aus-Druck zu bringen, eine Situation mit Gegenständen (oder Personen) zu stellen oder einen guten Platz im Raum zu gestalten.

Das Ziel hinter meinen KBT-Angeboten ist dieses, dass ich dadurch Ihre Themen von der verbalen, sprachlichen Ebene, auf einer anderen „Zwischen-„ oder auch kreativen Ebene bringen möchte. Dadurch spreche ich nicht nur Ihren bewussten Persönlichkeitsanteilen an (explizites Wissen), sondern auch die Unbewussten (implizites Wissen) an. Die Letzten zeigen sich am ehesten in unserer Körpersprache: die Art und Weise wie wir körperlich da sind, handelnd, sich positionierend und/oder in Bewegung. Oder aber auch durch Gestalten (siehe Arbeit mit Gegenständen).
Diese Zwischenebenen nütze ich in meiner Therapie als Arbeitsweise, die von den meisten PatientInnen als sehr hilfreich, „leicht“ und „lustvoll“ erlebt und wertgeschätzt wird.

Arbeit mit Gegenständen

psychotherapie-gegenständeUnter anderem arbeiten wir in der KBT mit verschiedenen Gegenständen (Materialien). In meiner Praxis finden sich verschiedene Bälle, Decken, Sandsäcke, Seile und Holzstäbe sowie Gegenstände aus der Natur. Diese können benützt werden

  • als Symbole für ein Thema, Gefühl oder Symptom
  • um eine Situation, ein Familienbild, den Lebensweg oder eine Lebensphase zu „stellen“ oder einen „guten“ Platz zu gestalten
  • als Übergangsobjekte
  • als Mittel zur Selbstwahrnehmung (z.B. um die eigenen Körpergrenzen durch das Abrollen eines Balles wahrzunehmen)
  • um „in Beziehung“ zu treten

Die Arbeit mit den KBT-Gegenständen ist bei meinen PatientInnen sehr beliebt, da sie ein anderer, unkonventioneller und kreativer Versuch ist, Ihre Anliegen auf einer anderen Ebene zum Ausdruck zu bringen, als nur durchs Sprechen und Erzählen.

Indikation

Die Konzentrative Bewegungstherapie ist zur Behandlung ALLER seelischer Leiden und Krankheitsbilder indiziert, sowie auch für den Prozess der Selbsterfahrung und der Persönlichkeitsentwicklung!

Darüber hinaus wird KBT auch in anderen Bereichen, in denen KlientInnen betreut werden, gut genützt: in der Supervision und Coaching, in Beratung, aber auch in Körperverfahren, wie Entspannung oder physiotherapeutischer Arbeit.

Die KBT eignet sich für die Arbeit mit Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern, im Einzel- und im Gruppensetting!

 

Anbei der Link zum Österreichischen Aktionskreis für Konzentrative Bewegungstherapie


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